Mono Produkt Restaurants – Hype oder Zukunft?

Natürlich ist die Spezialisierung auf ein einziges Produkt keine wirklich neue Idee: Dunkin 'Donuts gibt es seit 1950, Baskin & Robbins seit 1945, Pizza-Läden und die aktuelle Cupcake-Begeisterung ist auch seit längerem weltweit im Gang. Sie alle nehmen ein beliebtes Nahrungsmittel und variieren das Ganze.

Vorreiter USA bietet darüberhinaus eine große Auswahl an neuen Mono-Product- Start-Up-Restaurants, wie z.B. „das S'mac“ in Manhattan und der „homeroom“ in Oakland. Deren Spezialität: Makkaroni und Käse. Jedoch findet man beim „S'mac“ eine Reihe von internationalen Themen-Gerichten (z.B. Cajan und Masala) und im „homeroom“ dagegen kann man skurrile Variationen wie z.B. „Trailer Mac“ (Mac und Käse mit Gourmet-Hotdog und Kartoffelchips) kosten.

Dieser erfolgreiche Mono-Food-Hype ist mittlerweile auch in ganz Europa zu schmecken. Jede Menge erfolgreich angelaufener Mono-Produkt-Restaurants verführen zum testen.

Z.B. ist in Amsterdam seit Februar 2017 erfolgreich am Start: „The Avocado Show“. Ebenfalls seit langem erfolgreich ist „The Garlic Queen“ in Amsterdam, wo wirklich alle Gerichte, ja auch die Desserts, mit Garlic hergestellt werden. Vampire haben nach dem Besuch einfach keine Chance, versprochen!

In Paris werden im „Balls“ runde Sachen serviert: trés chic sind hier Fleischbällchen aus Rind, Lamm oder Huhn, serviert mit einer Auswahl an Linsen, Kartoffelpüree uvm.

Auch in London kann man sich auf unzählige One-Food-Restaurants freuen. Neben vielen deftigen Varianten gibt es beispielsweise auch für die süßen Gelüste neue Mono-Hotspots. Z.B. das „Cereal Killer Cafe“ in Camden Look und Brick Lane oder „The Melt Room“, wo es Toasties von süß bis herzhaft gibt.

Wo weniger mehr ist! Das Erfolgsrezept all’ dieser Restaurants ist es, ein eher unscheinbares, aber beliebtes Produkt in etwas Neues & Außergewöhnliches zu verwandeln. Und genau hier beginnt die kreative Spielwiese für die Köche. Neben vielen traditionellen Gerichten wird nun nach einer neuen, wilden Kreativität verlangt, die die Gäste kulinarisch verwöhnt und Sie vor allem mit ihren ungewöhnlichen Kombinationen, neuen Zubereitungsarten und crazy Teller-Präsentationen vollends aus dem Häuschen bringt.

Der Koch mitsamt seinem Küchenteam, alle werden zu Experten von eben diesem „One-Product“ und dadurch lassen sich eine Küchenausstattung mit System, die einzelnen Abläufe und die Beschaffung der Zutaten bestens planen. Der Hype scheint noch lange nicht vorbei, so dass wir gespannt sein können, welches Produkt als Nächstes die volle Aufmerksamkeit bekommt.

Einen Blick in die Zukunft werfen – das wäre es jetzt! Was passiert in der Restaurant-Szene in fünf, zehn, 15 Jahren? Mit Sicherheit kann man es ja leider nie sagen, aber neue Gastro-Trends werden natürlich auch in der Zukunft entstehen. Und bis dahin stellen wir uns einfach weiter die Frage „ heute eher in die „The Avocado Show“ oder lieber ins „Balls“?