Virtual Restaurants = Essen 4.0 ?

Immer mehr Start-ups und Gastronomen eröffnen in den USA Großküchen an günstigen Standorten, um vom Küchenchef zubereitete Gerichte nach Hause oder auch mal ins Büro zu liefern. Ein Trend, der global stetig zunimmt. In den Trendmetropolen New York (z.B. Momofuko Chef David Chang hat 2 solcher Restaurants in NY: Maple. Green Tiffin und Ando), San Francisco (hier liefert Munchery fertige Gerichte nach Hause), Los Angeles und Seattle ist diese Art inzwischen super populär. 

Die Menschen suchen nach mehr Bequemlichkeit, aber auch nach qualitativ hochwertigem, kulinarischem Essen. Anstelle Pizza, Pasta & Döner bekommt healthy food eine immer stärkere Bedeutung.

Man könnte jetzt die Unterschiede zwischen einem Restaurant, einem Lieferrestaurant und einem Essenslieferservice sicher für Tage heiß diskutieren. Kurz sei gesagt:

Die Eröffnung eines Restaurants - vor allem eines, das voll besetzt ist - erfordert eine erhebliche Investition. 

Home Delivery Services wie Ubereats, Lieferando & Co verbinden die Angebote mehrerer Restaurants in ihrem Service und bringen die gewünschte Bestellung nach Abholung im Restaurant dann nach Hause.

Virtual Restaurants dagegen sind die Summe aus beidem:

Die Lieferung stellt für die Chefs eine Herausforderung dar, da die Gerichte bei den Gästen zuhause genauso ankommen sollen, wie sie im Restaurant vor Ort serviert werden würden. Also top präsentiert auf dem Teller und vor allem noch warm und just in time!

Um zudem auch Service am Gast zu bieten, hat der Essenslieferer den entscheidenden persönlichen Kontakt mit dem Kunden und kann hier genauso arbeiten wie ein Kellner im Restaurant, indem er z.B. Informationen aus der Küche übermittelt und bei evtl. Verspätung entsprechend reagiert.

Nicht nur in der Welt, auch in Deutschland ist es heutzutage spürbar geworden: Die digitalen Veränderungen im Alltags- und Berufsleben der Menschen beeinflussen immer mehr auch die Gastronomie. Das Mittagessen am Arbeitsplatz mit Kollegen wird immer öfter durch Essen „neben dem Laptop“ ersetzt. Laut einem Bericht der NPD-Gruppe legt eine Studie nahe, dass die Anzahl der Heimarbeiter in den letzten zehn Jahren alleine in den USA um 24 Prozent gestiegen ist, während im letzten Jahr der Online-Einkauf um 8 Prozent gestiegen ist*. Eine nicht zu unterschätzende Entwicklung.

Heute noch eine Nische in Deutschland, aber in einigen Situationen zugegeben auch sehr praktisch. Virtual Restaurants helfen nämlich genau dann aus, wenn man zuhause zum Essen einlädt, ungestört miteinander reden kann und dabei niveauvoll und gut essen möchte, aber keine Zeit zum selberkochen hat. Der Gastgeber und seine Gäste können einfach aus der Speisekarte auswählen, Bestellung telefonisch oder via Internet aufgeben und sich auf die Lieferung freuen. Das Restaurant kommt quasi kurz nach Hause.

Dennoch sei gesagt, daß so sehr auch die Digitalisierung unser Leben beeinflusst... das Essengehen im Restaurant als unmittelbar sinnliches Erlebnis nicht einfach so nach Hause zu „liefern“ ist.